Neu in der Führungsrolle? Nicht jeder Pinguin fliegt … 

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Ja, heute sprechen wir mal über Pinguine. Bzw. was Pinguine mit Führung bzw. der Führungsrolle zu tun haben könnten. Der Pinguin ist an Land unbeholfen und wirkt wie eine Fehlkonstruktion, aber im Wasser zeigt er seine vollen Stärken als wendiger Schwimmer.

Übertragen auf den Menschen heißt das: Wer seine eigenen Stärken kennt und ins passende Umfeld bringt, kann wirklich aufblühen anstatt sich in ungeeigneten Situationen bzw. in einer nicht passenden Rolle permanent als Low Performer, als Minderleister zu erleben.

Ich erlebe immer mal wieder, dass Führungskräfte und ganz grundsätzlich Menschen in einem für sie nicht passenden Terrain unterwegs sind und sich dann als Low Performer wahrnehmen. Eine berufliche Aufgabe, die einfach nicht zu ihnen passt. Die sie vielleicht übernommen haben, weil sie glauben, mit dieser Aufgabe einem Bild zu entsprechen, das die Gesellschaft oder vielleicht ihr Elternhaus vorgegeben hatten. Nach wie vor keine Seltenheit und nicht selten denjenigen nicht einmal bewusst. Und dann gibt es wiederum andere Führungskräfte, denen man die Führungsrolle angeboten hatte, die sich nicht sicher waren, ob sie die Rolle wirklich annehmen wollen. Häufig genug stand einfach kein anderer Kandidat intern zur Verfügung und diejenigen sagten eher aus Loyalität zum Unternehmen bzw. weil sie nicht nein sagen wollten „ja“ zur Führungsrolle.

Und dann passiert oft folgendes: in den ersten Wochen oder auch Monaten hadern sie häufig mit sich, sie tun sich schwer Führung zu übernehmen, klare Entscheidungen zu treffen usw. Dann kann es passieren, dass ich angesprochen werde vom Vorgesetzten bzw. der Geschäftsführung, damit ich gemeinsam mit der neuen Führungskraft schaue, ob die Führungsrolle denn das richtige ist oder nicht. Klar. Es wäre natürlich besser im Vorfeld diese Analyse zu machen. Nur wer hier bereit ist genauer hinzuschauen, was die eigenen Stärken und Herausforderungen sind und welche Bedürfnisse derjenige hat, um zufrieden zu sein, hat die Chance einen beruflich erfüllenden Weg zu gehen.

Dazu braucht es radikale Ehrlichkeit mit sich selbst.

Und falls Sie vielleicht in genau einer solchen Situation aktuell sind und bei diesen Sätzen merken, dass das vielleicht auf Sie zutrifft, dann können Sie sich beispielsweise für eine erste Orientierung folgende Fragen stellen:

  • Welche Aufgaben geben Ihnen Energie wie Wasser dem Pinguin?
  • Wo stolpern Sie permanent? Was raubt Ihnen häufig Energie?
  • Haben Sie die Führungsrolle aus Pflichtgefühl übernommen oder aus Motivation?
  • Listen Sie drei Aspekte Ihrer Führungsrolle auf, die Ihnen Freude machen. Und listen Sie drei Aspekte auf, die Sie als Warnsignale wahrnehmen.

Vielleicht sind diese Fragen bereits eine gute erste Orientierung für Sie, wenn Sie grade in einer Situation sind, in der Sie mit sich selbst hadern: Wollen Sie die Führungsrolle wirklich ausüben? Ja oder nein?

Ab und zu habe ich Kunden, die einfach nicht in eine Führungsrolle gehören. Sie hoffen, dass sie in der Arbeit mit mir das Wissen und die Souveränität erlernen um die Aufgaben und Herausforderungen zu meistern. Bei manchen klappt das dann auch sehr gut. Manchmal tun sich manche allerdings so schwer mit der Führungsrolle und stehen sich so sehr selbst im Weg, das klar wird, das ist einfach nichts für sie. Und schadet am Ende nicht nur ihnen selbst, sondern auch den Mitarbeitern und dem Unternehmen. Sie bringen nicht die notwendigen Voraussetzungen dafür mit. Idealerweise macht man eine Standortanalyse oder eine Potentialanalyse vorab mit einer potentiellen Führungskraft vor der Übernahme einer Führungsrolle.

Manche müssen dann erkennen, dass Führung einfach nicht “ihr Ding” ist. Da darf man sich dann nichts vormachen. Stellen Sie sich vor, der Pinguin probiert Fliegen und ist die ganze Zeit nur am Stolpern und kommt nicht ins Fliegen. Genau so ergeht es Führungskräften, die dann nur managen statt wirksam zu sein.

Es gibt dann zwei Optionen: 1) Wachsen lernen:

Wir analysieren gemeinsam, ob die Führungsrolle machbar ist und ob sie wirklich eingenommen werden kann. Voraussetzung dafür ist der Wille zu führen. Und falls das gewollt ist und die elementaren Voraussetzungen da sind, dann arbeiten wir gemeinsam für einige Monate zusammen. Im Durchschnitt zwischen sechs und zwölf Monaten. In drei Monaten kann man auch vieles bewerkstelligen, das gilt dann allerdings eher für ein klassisches Leadership Onboarding ohne größere Herausforderungen. 2) Abgeben: Führung abgeben ist kein Scheitern, sondern Stärke. Es ist wie der Pinguin, der zurück ans Wasser geht. Ich hab schon manche erlebt, die dann als Experte aufgeblüht sind, aber eben nicht in der Führungsrolle.

Hinschauen, radikal ehrlich mit sich zu sein. DAS ist die einzige Möglichkeit um eine positive Veränderung einzuläuten. In die ein oder andere Richtung.

Nichts tun ist keine Option. Sonst gärt das nur so vor sich hin. Und nicht wirksam zu sein in der Führungsrolle ist nun mal keine Option.

Dieses radikale Hinschauen, das gilt auf der individuellen Ebene genauso wie für das Management eines Unternehmens und für die politischen Führungspersonen eines Landes. Ohne das ist keine Veränderung möglich. Nur wer die Lage klar diagnostiziert und daraus klare Maßnahmen ableitet und diese konsequent umsetzt, ist ernst zu nehmen in seiner Führungsrolle.

Nur das ist Verantwortungsübernahme.

Alles andere nicht. Ohne Verantwortungsübernahme gibt es keine Veränderung. Und alles was gesagt oder getan wird ist dann nur reine Makulatur. Und die hat ihren Preis. Auf allen Ebenen.

Als fliegender Pinguin haben Sie keine Chance. Als Pinguin am Wasser jedoch schon. Positive Veränderung ist immer machbar. Es braucht dazu allerdings radikale Ehrlichkeit und Mut.

Sonst bleibt es nur bei schönen Worten. Wofür stehen Sie? Für schöne Worte oder auch für radikale Ehrlichkeit, Mut und Umsetzung?

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Christiane Barho

Sie sind hier richtig, wenn Sie neu in einer Führungsrolle starten oder vor einem Führungswechsel stehen.
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